Marina Military Nastro Rosa Tour - il Giro 2026

Bei der "Marina Militare Nastro Rosa Tour - il Giro 2026" wird in einem innovativen Mix aus Offshore- (Double Handed Figaro3 - Einheitsklasse), Inshore- (Waszp) und Board-Racing (Wing Foiling) die gesamte italienische Küste in mehreren Etappen abgesegelt.

Start war Anfang Juni in Venedig und Ziel wird Mitte Juli in Genua sein. Es gibt 10 Teams, die im Offshore-Racing ca. zur Hälfte mit italienischen Profis besetzt sind und zur anderen mit jungen Nachwuchsseglern (gefördert vom RORC Griffin Project). Für den VSaW war ein Team in allen drei Bootsklassen am Start, wobei diverse (internationale) Segler für den VSaW starten. Carolin Schaaff nahm zusammen mit Svea Wrede (SVI) an den beiden Offshore-Etappen von Siracusa nach Tropea sowie von Tropea nach Neapel teil und war dadurch Namens-/Vereinsgeberin des Teams.

Hier der ausführliche Bericht von Caro:


Am 21. Juni 2026 flogen wir nach Siracusa, Sizilien und konnten uns in den folgenden Tagen an die (sehr) warmen Temperaturen gewöhnen. Die Inshore Rennen für die Figaros wurden abgesagt und wir konnten die Zeit für Training nutzen. Da wir beide seit einem Jahr weder Double handed noch Figaro gesegelt waren, war uns die Trainingszeit sehr willkommen. Am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 11:00 Uhr wurden wir auf die Reise nach Tropea geschickt. Dabei ging es vorbei am Ätna, durch die Straße von Messina mit einem kurzen Abstecher nach Milazzo und Cafarone. Nach einem sehr guten Start führten wir das Feld aus Siracusa an, konnten in den Windlöchern am Nachmittag jedoch nicht die perfekte Linie finden und waren froh, weiterhin Anschluss zu haben. Gegen Abend orientierten wir uns Richtung Kalabrien an die Ostseite der Straße von Messina, wo in der Nacht der Wind auf 23kn zunahm. Pünktlich zum Sonnenaufgang kamen wir in der Straße von Messina an und konnten uns wieder an die Spitze des Feldes segeln. Den ganzen Donnerstag hinweg, war der Wind recht instabil und wir hatten immer wieder mit größeren Flauten zu kämpfen. Mit dem Abstecher nach Milazzo waren wir abends wieder vor der Straße von Messina und hatten wieder die Aufgabe, das Feld von hinten aufzurollen. Wir entschieden uns für einen Offshore Vorwindkurs und konnten so wieder aufschließen. Am frühen Morgen fing es an zu blitzen und donnern, was uns zu nächst sehr beunruhigte. Es sollte allerdings nicht das letzte Gewitter sein. Am Freitagmorgen waren wir vor Tropea, mussten aber noch einen ca. 40sm Abstecher nach Cafarone segeln, bevor diese Etappe zu Ende ging. Nach 56 Stunden und 208 gesegelten Meilen kamen wir (endlich) Freitagabend ins Ziel. Mit dem 5. Platz waren wir zufrieden, aber wussten, dass uns die Windlöcher zu schaffen gemacht haben.

Das Wochenende nutzen wir, um wieder Energie zu tanken (Caro hatte Samstag mit einem verspäteten Sonnenstich zu kämpfen) und das Boot bereit für die nächste Etappe zu machen. Dazu gehörte ein ausgiebiger Badeausflug vor der Stadt, um den Rumpf zu säubern. Wie auch schon in Siracusa wurden für uns alle Inshore Rennen abgesagt. Montagmorgen um 11:00 Uhr war es dann wieder so weit: Start nach Neapel. Die Windvorhersage sah wieder sehr schlecht aus, und da wir am Mittwoch beide in Deutschland arbeiten mussten und entsprechende Flüge hatten, haben wir uns mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass wir im Laufe des Rennens aufgeben müssen. Wir entschieden uns nahe der Rhumb-Line zu bleiben - in der Hoffnung so nur wenige extra Meilen zu segeln. Unverhofft hatten wir dort mehr Wind als gedacht und kamen super voran. In der ersten Nacht konnten wir uns mit den Teams der Marina Military (ITA) und des Bayerischen Yacht Clubs an der Spitze absetzten. Immer im Kopf - die verbleibenden Meilen und wie lange wir Motoren müssen, um rechtzeitig im Hafen zu sein; eine Entscheidung, die wir immer weiter nach hinten schieben konnten. Dienstagmittag ließ uns der Wind dann immer mehr im Stich. Es zahlte sich jedoch aus durch zu halten, denn wir konnten die Etappe zu Ende segeln. Um 3:00 Uhr am Mittwoch in der Früh segelten wir als Zweite durchs Ziel, eine absolute Punktlandung, da wir um 4:30 Uhr zum Flughafen aufbrechen mussten und um 6:00 Uhr nach Frankfurt geflogen sind. Es waren anstrengende, aber auch lehrreiche 10 Tage, die wir sehr genossen haben. Die letzte Etappe war ein krönender Abschluss für uns, da wir bei der diesjährigen Ausgabe, dass einzige reine Frauenteam waren. Für die letzten zwei Etappen von Neapel über Elba nach Genua segeln zwei Briten für den VSaW. 

Wir möchten uns bei dem Nastro Rosa Team für die Organisation bedanken, das Format stellt die Boote zur Verfügung sowie eine Vollpension während der Stopps. Außerdem gilt ein großer Dank dem RORC, der uns mit seinem Griffin Pathway Project zu dem Startplatz verholfen hat. Beiden Etappen (sowie alle anderen Rennen) können über TracTrac (nach-)verfolgt werden. 

Ergebnisse Siracusa-Tropea 

Ergebnisse Tropea-Neapel