Dem Eis entkommen

Wenn Frau Holle die Welt bepudert und Väterchen Frost den See vereist, dann ist es an der Zeit sich übergangsweise ein anderes Segelrevier zu suchen. Denn Eissegeln hilft wenig bei den anstehenden Regatten in den wärmeren Jahreszeiten. Das Jahr ist noch jung, aber die Segelpause schon zu lang. Daher fuhren die ILCAs und die Opti As über die Winterferien nach Südeuropa, um dort zu trainieren. Ohne Druck und mit Blick auf das bald beginnende Segeljahr.

Mit Schlittern und Rutschen wurden die Boote mühsam auf die Hänger verladen. Die Glätte auf dem Gelände machte das nicht einfach und warf kurzzeitig die Frage auf, ob die Busse die Anhänger überhaupt über die vereisten Wege ziehen könnten. Doch die Sorgen erwiesen sich als unbegründet, und die Glätte hinderte nicht am Aufbruch.

Die Opti As waren am südlichen Gardasee in Italien. Dort kamen sie bei einem Verein unter, mit dem sie auch trainieren konnten. Auf andere Segler zu treffen, denen man nicht jedes Wochenende auf dem Regattakurs begegnet, tut gut und hilft im Training. Gerade wenn die Trainingspartner, wie die Italiener, meist vorne im Feld unterwegs sind. Der südliche Gardasee ist nicht so bekannt als Revier wie der Norden, aber im Winter eine echte Alternative. In Riva und Arco ist es deutlich kühler und die bekannten Winde setzen im Winter nicht ganz wie gewohnt ein. Die Opti As konnten sich nicht über den Wind beklagen. Sie hatten alle möglichen Windbedingungen, wenig, mittel und auch mal viel. An einem Tag mit leichtem Wind stiegen sie auf einen etwas größeren schwimmenden Untersatz um. Mit richtigem Groß, Fock und Spinnaker fuhr das ganze Team über den See und schnupperte mal höhergelegene Seeluft. Am Ende des Trainingslagers ließen die WANNSEEATEN ihre Boote dort, da sie Ende Februar an einer Regatta dort teilnehmen, um ihr Winterprogramm abzurunden.

Die ILCAs waren hingegen im südfranzösischen Hyères unterwegs. Der Ort ist den meisten bekannt als Austragungsort der SOF. Die Hinfahrt dorthin dauerte allerdings länger als geplant, da sie mit ihrem Bus auf der Autobahn liegenblieben. Dabei war dieser in der vorherigen Woche in der Inspektion gewesen. Technik die begeistert. Zum Glück waren sie noch nicht weit gekommen (bis kurz hinter Gera) und konnten mit dem anderen Bus weiterfahren, der ihnen aus Berlin gebracht wurde. Mit leichter Verspätung in Frankreich angekommen, wurden sie von guten Winden begrüßt: meist über zehn Knoten, gerne aufwärts. Einen „Sturm-Tag“, wie er in Hyères traditionell dazugehört, hatten die WANNSEEATEN nicht. Sie konnten jeden Tag aufs Wasser gehen. In Kooperation mit dem BSV-Landeskader waren auch gute Sparringspartner vor Ort. Nur der letzten Tag, der mit Flaute begann, musste aufgrund eines großen Gewitters seglerisch abgesagt werden. Stattdessen wurde früher verladen und die Zeit für einen Ausflug nach Saint Tropez genutzt. Ein eher ernüchterndes Unterfangen, da der Ort wie ausgestorben war. Selbst der zufällig zu dem Zeitpunkt stattfindende Karnevalsumzug änderte an dem Eindruck nicht allzu viel.

Am Ende waren es bei beiden Gruppen zufriedenstellende Trainingslager mit guten Bedingungen. Da kann das neue Segeljahr gerne kommen!